Tue 29 Dec 2009
Papiermaschine – eine Erfindung von Nicholas-Louis Robert
Geschrieben von admin unter Handwerk
Papier ist ein eminent wichtiger Stoff, ohne den menschliche Geschichte, Kunst und Kultur kaum denkbar wären. Die Papierherstellung war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts nur manuell möglich, eine Tatsache, die Vor- und Nachteile zur Folge hatte. Positiv daran war die sehr hohe Qualität des so erzeugten Papiers, doch der Nachteil der Papierproduktion per Hand war, dass die Papiermühlen nicht genug Papier liefern konnten. Durch die stetig ansteigende Nachfrage kamen die Druckereien mit der Arbeit kaum nach.
Es war der Franzose Nicholas-Louis Robert, dem die Entwicklung der ersten Papiermaschine gelang. Zunächst verdiente Robert sein Geld bei der französischen Armee. Als er dem Militär den Rücken gekehrt hatte, fand er eine Anstellung als Korrektor bei Pierre-Francois Didot, der grössten Pariser Druckerei . Als dieser starb, wurde Robert Betriebsleiter in der Papierfabrik des Sohnes. Die ständig wiederkehrenden Leerlaufzeiten ließen Robert Überlegungen zur Automatisierung der Papierherstellung anstellen.
Eine Antwort hatte er endlich im Jahr 1799, als er im Januar 1799 das Patent auf seine Papiermaschine bekam. Wie so oft bei bahnbrechenden Erfindungen war seine Konstruktion nicht ohne Fehler, doch die Grundlagen für die maschinelle Herstellung von Papier waren damit gelegt. Die Maschine bestand in ihren wichtigsten Elementen aus einem ovalen Holzgefäß und zwei drehbaren Walzen mit einem Endlossieb. In der „Bütte“ befand sich Papierbrei, der mit einem Zylinder ständig auf das Sieb aufgebracht wurde. Es entstand so eine feuchte Papierbahn, die auf eine Walze gewickelt wurde.
Mit seiner Maschine erreichte Robert einen Ausstoß von 100 kg pro Tag. Man konnte nun zum ersten Mal eine lange Papierbahn herstellen und so die Papierproduktion schneller und billiger gestalten. Glück hat ihm seine Erfindung allerdings nicht gebracht, denn aus finanziellen Gründen musste er sein Patent an Didot verkaufen. Es gab endlose Streitigkeiten, an deren Ende Robert einem Vergleich zustimmen musste.